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Dienstag, den 15. November 2016 um 20:03 Uhr

Mit spitzer Feder und leiser Ironie

Eine Nachlese zur ökumenischen Karikaturen-Ausstellung

Vom 21. Oktober bis 13. November 2016 machte die Wanderausstellung „Ach Du lieber Gott – Karikaturen zu Ökumene und Kirche“ Station im Bürger- und Rathaus in Murr. 3½ Jahre nach der vielbeachteten Ausstellung mit Bildern von Sieger Köder am selben Ort wurde auch dieses Projekt wieder ökumenisch durch die in Murr vertretenen Kirchengemeinden getragen. Dabei war neben der evangelischen, der evangelisch-methodistischen und der katholischen Kirche auch erstmals die neuapostolische Gemeinde mit involviert. Es hätte kein passenderes Thema für diese Zusammenarbeit geben können, als gerade die humorvoll, hintersinnig-kritische Auseinandersetzung mit den Problemen in den Kirchen der heutigen Zeit und speziell in der Ökumene durch die künstlerische Form der Karikatur.

Karikaturenausstellung in Murr

Karikatur zur Ökumene

Karikatur von Thomas Plaßmann

„Die Federn der Zeichner sind scharf wie Schwerter. Mit nur einem Bild und meist nur wenigen Worten treffen sie den Nagel auf den Kopf. So bringen sie die Probleme, mit denen [die] Kirchen zu kämpfen haben, auf den Punkt.“ (T. Faulhaber, LKZ 24.10.16).Dabei entbehrt es nicht einer leisen Ironie, dass wir mit der Einbindung der neuapostolischen Kirchengemeinde selbst ein Beispiel geben für einen Aspekt, der in einigen der gezeigten Bilder thematisiert wird: Das Kirchenvolk an der Basis beschreitet neue Wege, während die Amtskirchen noch mit der Vermessung und Auslotung der Gemeinsamkeiten beschäftigt sind, in diesem Fall in dem begonnenen Dialog zwischen dem ökumenischen Arbeitskreis christlicher Kirchen und der darin noch nicht vertretenen neuapostolischen Kirche.

Gerhard Mester, von dem einige der gezeigten Bilder stammen, formuliert es so: „Die Karikatur funktioniert immer dann, wenn Ideal und Wirklichkeit voneinander abweichen. Auch die Kirchen vertreten hohe Ideale, die in der Praxis gelegentlich deutlich verfehlt werden. Hier ergibt sich zwischen Kirche und Karikatur die Gemeinsamkeit eines verwandten Wertekanons. Beide be-nennen das Widersprüchliche im Leben, beide können auch zur Schule des Glaubens werden.“

 

Umrahmt und begleitet wurde die Ausstellung durch verschiedene Veranstaltungen:

  • eine Vernissage zur Eröffnung, bei der je ein Vertreter der vier Kirchengemeinden sein persönliches Lieblingsbild vorstellte,
  • eine Podiumsdiskussion, die der Frage nachging, ob man über Gott, den Glauben, die Kirche lachen darf und als Antwort ein klares „Ja, man darf und soll sogar!“ ergab, solange Grenzen des guten Geschmacks gewahrt bleiben und es nicht rein um der Provokation willen passiert mit dem Zweck der Steigerung von Auflage oder Einschaltquote,
  • ein literarisch-musikalischer Abend, bei dem erstmals die Murrer Gemeindebücherei mitwirkte und unter anderem ein amüsanter Papstkrimi vorgestellt wurde,
  • Kirchenkabarett mit Pfr. Wolfgang Bayer mit dem Titel „Gott vergibt, Facebook nie - ein Kabarettist liest die Bibel“, welches sich mit ca. 200 Besuchern als der größte Besuchermagnet erwies und zeigte, dass unsere heilig Schrift selbst viele Stellen bietet, die bei näherer Betrachtung zum Schmunzeln anregen,
  • und eine ökumenische Andacht zur Finissage, mitgestaltet durch einen Projektchor aus den beteiligten Gemeinde.

Literarisch-musikalischer Abend mit Volker Braun (Klavier), Daniel Renz, Ursula Kindermann, Rainer Fröbel und Markus Kunz (v.l.n.r.)

Die Resonanz der Besucher war überwältigend: Worte der Zustimmung - aber auch der konstruktiver Kritik -, des Dankes und eines „Weiter so!“ von vielen Seiten. Besonders freute uns, dass auch die Mitarbeiter im Rathaus Murr berichteten, dass sich ganz normale Rathausbesucher von der Ausstellung mehr angezogen zeigten als bei anderen Ausstellungen üblich. Dieses Mehr an Aufmerksamkeit lässt sich auch in der Zahl von ca. 170 verkauften Ausstellungskatalogen ablesen.

„Ach Du lieber Gott – so schnell waren die drei Wochen vorüber!“ Nicht ganz ohne Wehmut stand für mich dieser Satz am Ende der Finissage. Doch das vorherrschende Gefühl war Dankbarkeit dafür, dass dieses ökumenische Projekt so wunderbar geklappt hat, dass so viele mitgemacht haben, und dass die Veranstaltung beim Publikum so positiv aufgenommen wurde. Und so danke ich allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, der Gemeinde Murr für Räumlichkeiten und personelle Unterstützung, dem Vorbereitungsteam, den Teilnehmern an den Veranstaltungen und allen Besuchern für ihr Kommen.

Joachim Kunz

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 07. Dezember 2016 um 11:37 Uhr
 
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