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Kirchenchor - Via Crucis - Rückblick PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 17. März 2017 um 15:18 Uhr

Via Crucis - liturgisch-musikalische Kreuzwegmeditation in der Fastenzeit

Rückblick auf eine außergewöhnliche geistliche Abendmusik mit dem Kirchenchor am 12.03.2017

Die Besucher, die ihren Weg am Sonntag 12. März 2017 um 18:00 Uhr in die dunkle Heilig-Geist-Kirche gefunden hatten erwartete nun wirklich Ungewöhnliches. Dass es sich um keine „normale“ geistliche Abendmusik handelte zeigte sich bereits ganz zu Beginn. Der Chor nahm Aufstellung in zwei Reihen außen im Kirchenschiff und begann ohne weitere einleitende Worte mit dem lateinischen Hymnus „Vexilla Regis prodeunt“ - des Königs Feldzeichen werden vorangetragen.

Mit diesem Stück begannen die „14 Meditationen über den Kreuzweg – Via Crucis“, die Franz Liszt am Ende seines Lebens, von Krankheit gezeichnet und sich innerlich auf das Sterben vorbereitend, in Italien komponiert hatte. Kennzeichnend für die Konzeption des Werks ist das Ringen um eine stimmige Vertonung des Kreuzigungsgeschehens am Karfreitag. Weit abseits von jeder hochromatischer Süße oder virtuoser Klangproduktion, die man dem „Tastenlöwen“ in den Salons seiner Zeit nur allzu gern nachgesagt hat spannt sich in diesen vierzehn einzelnen Sätzen der Bogen von gregorianischen Melodien über Choralsätze in der Tradition der Reformation bis zu expressionistischen Klängen im „Crucifige“ - „Kreuzigt ihn“.

Reine Instrumentalsätze, auf dem Harmonium interpretiert von Friedwald Hruby, dem Organisten der evangelischen Kirchengemeinde Gronau, wurden unterbrochen von unbegleiteten gregorianisch anmutenden Rezitativen, lateinischen Textpassagen, gesungen vom Bariton Joachim Kunz. Auch die Partien des Kirchenchores unter der Gesamtleitung von Ulrich Hofmann waren höchst differenziert. Hier wechselte sich einstimmiger Gesang mit klassischem Choralsatz und Aufteilung in Frauen- und Männerchor ab.

Stimmig dazu waren die Text- und Bildbeiträge, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Gemeinde ausgesucht und erarbeitet wurden. Grundlage dafür bildete das Material zum diesejährigen ökumenischen Jugendkreuzweg 2017, der unter dem Motto „Jesus Art“ steht. Jesus art, Jesus künstlerisch, in der Bildsprache von heute, gesprayt – aber auch auch Jesu(s) Art, die Art und Weise, wie Jesus sich dem Menschen, uns, zuwendet, In diesem Spannungsbogen bewegen sich die Texte und Bilder, wie die Pastoralreferentin Anne Braun zu einleitend ausführte.

Beide Blickrichtungen, die musikalische vom Ende des 19. Jahrhunderts und die aktuelle, auf das ob seiner Krisen und Gewaltausbrüche verstörende Hier und Jetzt verschmolzen zu einem intensiv empfundenen Ganzen. Die Zuhörenden dankten dies mit Spannung und unglaublicher Stille für Minuten, nachdem der letzte Ton des „Ave Crux“ - „Gegrüßet seist du, heiliges Kreuz“ im Pianissimo des Chores verklungen war.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. Mai 2017 um 16:40 Uhr