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28 | 11 | 2021
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Kirchenchor - Miriam Betz zu Freude an der Musik in Coronazeiten PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 03. November 2020 um 17:45 Uhr

Ich wünsche mir,  dass alle ihre Freude an der Musik behalten würden…

Miriam Betz aus Erdmannhausen studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart Schulmusik. Unter anderem erhielt sie im Zuge dessen Abschlüsse in Dirigieren, Klavier, Gesang und Violine und übernahm im Mai 2019 das Dirigat des Kirchenchores Heilig Geist.

Im Gespräch schildert sie den Zeitraum seit Beginn dieser Tätigkeit, als Covid 19 noch nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch gehörte, bis heute:

Anlässlich eines Probedirigates beim Kirchenchor der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist stellte Miriam Betz fest, dass der Chor gut ausgebildet ist und ein vielseitiges Repertoire von geistlichen Liedern, Klassik und Gospel beherrscht. So nahm sie das Angebot der Kirchengemeinde, die Leitung des Chores zu übernehmen, an. Es sei ein guter Start gewesen, so Miriam Betz, sie sei sehr herzlich aufgenommen worden, der Chor und sie seien schnell miteinander warm geworden. Nach zwei, drei Proben habe sie erkannt, was mit dem Chor umzusetzen sei und sie plante, neben der laufenden Mitwirkung in den Gottesdiensten zwei bis drei größere Projekte mit Instrumentalisten und Solisten durchzuführen. So konnte im Oktober 2019 der Festgottesdienst zum Franziskusfest mit dem Gloria von Vivaldi und der Gottesdienst am 2. Weihnachtstag mit Stücken von John Rutter und Gospels gestaltet werden.

„Es kam sehr überraschend, nicht einmal meine 90-jährigen Großeltern haben so etwas erlebt“, so schildet Miriam Betz ihren Eindruck, als erkennbar wurde, dass eine Pandemie droht und die ersten Einschränkungen der sozialen Kontakte verordnet wurden. Sie habe gehofft, dass bald alles wieder gut sei und die Proben für das Projekt Magnifikat von Vivaldi, das zum 1. Advent aufgeführt werden sollte, planmäßig durchgeführt werden können. Die Hoffnung erfüllte sich nicht, es konnten keine Präsenzproben abgehalten werden. Miriam Betz rief den von ihr so genannten „Wohnzimmerchor“ ins Leben. Jeden Montag zur Zeit der Chorprobe erhielten die Chormitglieder per E-Mail Übungsmaterial zum Projekt, Abschnitt für Abschnitt. Die Sängerinnen und Sänger konnten so zu Hause ihre Stimmen üben. So sei der Kontakt zwischen Dirigentin und dem Chor aufrechterhalten worden, einige Mitglieder hätten ihr sogar Fotos geschickt, die sie beim Üben zeigten. Irgendwann sei dann jedoch das gesamte Übungsmaterial verschickt worden und ein Treffen war immer noch nicht möglich.

Das Foto zeigt Miriam Betz mit dem Kirchenchor Heilig Geist Steinheim kurz nach Antritt ihres Dirigates.

Nach den Sommerferien seien die Proben unter strikter Befolgung der Hygieneregeln wieder aufgenommen worden. Allerdings unter Teilnahme von weniger als 20 Sängerinnen und Sängern von normal 30. Aktuell seien weitere Restriktionen wirksam geworden, so darf nur noch mit acht Personen gleichzeitig geprobt werden, unabhängig davon, ob die Proben in einem Raum oder im Freien stattfinden, außerdem darf die Probendauer 50 Minuten nicht überschreiten. Eine Aufteilung sei erforderlich, es sei noch nicht klar, wie das konkret aussehen solle.

Trotz allem findet Gesang während der Gottesdienste statt. Miriam Betz begrüßt es, dass die Kirchengemeinde ihr angeboten hat, als Kantorin tätig zu sein. So sei es möglich, allein oder zusammen mit Claudia und Joachim Kunz und den Organisten in unterschiedlichen Besetzungen ein- oder mehrstimmig zu singen.

Für die Zukunft wünscht sich Miriam Betz, dass zwar da, wo Infektionsgeschehen stattgefunden hat  oder die Gefahr droht, keine Proben- oder Sangesaktivitäten erfolgen. Aber da, wo es keine derartigen Hinweise gibt und die Sänger 3 m Abstand und alle Hygienekonzepte einhalten, solle nicht alles „eingedampft“, sondern das Singen ermöglicht werden. Für sie, aber auch für die Sängerinnen und Sänger sei es wichtig, dass die Gemeinschaft erhalten bleibe und die wenigen verbleibenden Möglichkeiten genutzt würden. Dann der Appell: und wenn das alles wieder vorbei ist, an den Probenabenden nicht im Sessel sitzen bleiben, sondern sich einen Stoß geben und zur Probe gehen. Ihr Wunsch gehe dahin, dass alle ihre Freude an der Musik behalten und nicht vergessen, wie es vor den Einschränkungen war. Sollte die Stimme ein wenig eingerostet sein: das bekäme man mit etwas Stimmbildung wieder hin.

Das Gespräch mit Miriam Betz führte Ullrich Baumeister.

Ullrich Baumeister
Bild Claudia Kunz

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 03. November 2020 um 18:29 Uhr