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28 | 11 | 2021
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Seelsorge - Gottesdienste

Gottesdienst

wir feiern Gemeinschaft in Wort und Eucharistie

„Die Feier der Liturgie, durch die wir in die Botschaft des Glaubens mit hineingenommen und von ihr ergriffen werden, ist ein hohes Gut, das uns als Kirche anvertraut ist. Wir feiern ja nicht uns selbst, sondern den Glauben, der uns geschenkt ist. Schließlich loben wir Gott, der uns in Jesus Christus begegnet. Die Botschaft Gottes für uns und zu unserem Heil drückt sich in der Liturgie aus und findet darin ihre sprechende, sinnenhaft erfahrbare Form. Von der Liturgie lassen wir unser Herz bewegen und unsere Seele erheben. Weil dies alles ein solches Gut ist, tragen wir Verantwortung für die sorgsame Pflege dieses kostbaren Geschenks. Besonders diejenigen,die eigens und für unterschiedliche Arten der Feier der Liturgien beauftragt sind, bitte ich hierbei um Achtsamkeit!“ (aus dem Hirtenwort zur Fastenzeit 2009, Dr. Gebhard Fürst, Bischof)

  • Unsere Beziehung zu Christus ist der Ausgangpunkt aller liturgischen Feiern.
  • Liturgie ist Christusbegegnung des Einzelnen und der Gemeinde.
  • Liturgie ist Gebet. Das Eigentliche besteht darin, ganz Ohr für Gott zu sein und von
    Gott berührt zu werden.
  • Die Feiergestalt wird geprägt vom Feiergehalt der Liturgie.
  • Der Glaube kommt vom Hören. Im Hören und Feiern lassen sich die Geheimnisse des Glaubens erschließen.
  • Die ganze Liturgie ist Verkündigung.

Eine sinnenfällige Gestaltung der Eucharistiefeier umfasst den liturgischen Vorgang als ganzen:

Die gesprochenen Worte, die Zeichen und Riten, die Auswahl der Gesänge und Lieder. Dem
ganzen Vorgang gebührt die Achtsamkeit. Doch bei aller Entfaltung und mystagogischen Inszenierung müssen die Teilnehmer dessen gewahr werden, dass in der Liturgie Himmel und Erde sich berühren. Wenn die Liturgie für die Leiter von Gottesdiensten und die liturgischen Dienste ein Kraftort des Glaubens ist, dann sind sie Multiplikatoren für jene Menschen, die Gott in
der Liturgie „mit aufrichtigem Herzen suchen“.

Die Pastoraltheologie spricht von vier Markenzeichen und Echtheitskriterien christlicher Liturgie:

  • Authentizität: Dass man lebt, was man feiert;
  • Universalität: Dass man das Leben in seiner Ganzheit feiert;
  • Solidarität: Dass man die Probleme der Menschen berücksichtigt;
  • Sakramentalität: Dass die wirksame Gegenwart Christi zum Ausdruck kommt.

Wenn das Bewusstsein für das Kirchenjahr als ein „Feiern im Rhythmus der Zeit“ lebendig gehalten wird, eröffnet es Räume und Zeiten, um in der Gegenwart Vergangenheit zu erinnern,
nicht als Verlust, sondern als Verheißung auf Zukunft hin.

„Die Pflege der Liturgie muss auf die Pfarrgemeinde bezogen sein, wie sie in Wirklichkeit ist. Sie muss ihre Bedürfnisse im Auge haben, ihre Möglichkeiten sehen und darf ihr nichts zumuten, was ihrem Wesen widerspricht. Andererseits muss sie ihr aber auch wirklich das zutrauen, was an Bereitschaft und Möglichkeit in ihr liegt – und das ist viel, sehr viel mehr, als so mancher Praktiker zuzugeben pflegt.“ (Romano Guardini)

Ite missa est – vom Sendungsauftrag her gilt es, die missionarische Dimension der Liturgie zu
bedenken, wie sie Papst Benedikt XVI. aufgewiesen hat: „Weil die wahre liturgische „Aktion“ Handeln Gottes ist, darum reicht die Liturgie des Glaubens immer über den Kultakt hinaus in
den Alltag hinein, der selbst „liturgisch“ werden soll, Dienst für Verwandlung der Welt… . Uns
in die Aktion Gottes hineinbegeben, damit wir selber in der Kooperation seien mit ihm – das ist es, was in der Liturgie beginnen und sich dann über sie hinaus entfalten soll.“

Dr. Johannes Kreidler
Weihbischof

(aus: Vorwort zum Werkheft "Initiative Gottesdienst" 2011)

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